Wer einen Partner hat, der ohnehin schon manchmal schnarcht, kennt das Muster: Kaum beginnt eine Erkältung, wird aus einem leisen Grummeln ein handfestes Problem. Die Nächte werden schlechter, man liegt wach, und das Mitleid mit dem kranken Partner kämpft gegen die Erschöpfung.
Und wer einen Partner hat, der normalerweise kaum schnarcht, erlebt während einer Erkältung manchmal zum ersten Mal überhaupt, was das bedeutet. Plötzliches Schnarchen bei jemandem, der es sonst nicht tut, ist fast immer ein Zeichen dafür, dass die Atemwege durch eine Erkältung eingeschränkt sind.
Warum Erkältungen das Schnarchen so stark verstärken
Das Prinzip ist einfach: Eine Erkältung schwillt die Schleimhäute in Nase und Rachen an. Was tagsüber als verstopfte Nase wahrnehmbar ist, setzt sich nachts fort – mit dem Unterschied, dass im Liegen der venöse Rückfluss verändert ist und die Schwellung oft noch stärker wird.
Wer nicht mehr durch die Nase atmen kann, atmet durch den Mund. Mundatmung lässt die Atemluft direkt und turbulent durch den Rachen strömen, das Gewebe vibriert, das Schnarchen setzt ein. Bei jemandem, der anatomisch ohnehin eine leichte Engstelle im Rachen hat, reicht das Anschwellen der Schleimhäute schon aus, um aus einem ruhigen Schläfer einen lauten Schnarcher zu machen.
Was während der Erkältung konkret helfen kann
Kopf leicht erhöht schlafen. Ein zusätzliches Kissen unter dem Kopf – oder besser, das Kopfende des Bettes leicht anheben – verbessert den Abfluss der Schleimhäute und reduziert die nächtliche Stauung. Das ist eine der wirkungsvollsten und einfachsten Maßnahmen, die sofort umsetzbar ist.
Raumluft feucht halten. Trockene Heizungsluft verstärkt die Reizung der ohnehin schon gereizten Schleimhäute weiter. Ein Luftbefeuchter oder ein feuchtes Handtuch über dem Heizkörper kann helfen, die Schleimhäute etwas zu beruhigen und die Nasenatmung zumindest partiell zu verbessern.
Nasenspreizer oder Nasenstrips. In der Erkältungszeit hat Nasenschnarchen eine klare Ursache: die verstopfte Nase. Hilfsmittel, die die Nasenlöcher mechanisch offenhalten, können in dieser Phase tatsächlich helfen – mehr als sie es bei chronischem Rachenschnarchen täten.
Salzwasser-Nasenspülungen vor dem Schlafen können helfen, die Schleimhäute kurzfristig zu entlasten und den Schleimfilm aus der Nase zu lösen. Wer das noch nicht ausprobiert hat, findet es anfangs ungewohnt – aber die Wirkung ist real und unmittelbar.
Was die Erkältung von dauerhaftem Schnarchen unterscheidet
Ein wichtiger Gedanke für Partner: Erkältungsschnarchen ist temporär. Sobald die Erkältung abgeklungen ist, normalisiert sich auch das Schnarchen in der Regel wieder. Das bedeutet, dass man für diese Zeit pragmatisch mit Ohrstöpseln und weißem Rauschen überbrücken kann, ohne gleich langfristige Maßnahmen in Angriff nehmen zu müssen.
Anders ist es, wenn das Schnarchen nach der Erkältung nicht nachlässt oder wenn man beim Partner bemerkt, dass auch außerhalb von Erkältungsphasen geschnarcht wird. In dem Fall ist die Erkältung eher ein Verstärker eines bestehenden Problems – und dann lohnt sich ein genauerer Blick auf die Ursachen.
Wer das Schnarchen des Partners grundsätzlich verstehen möchte, findet in dem Artikel zu den häufigsten Ursachen des Schnarchens einen guten Überblick. Für die akute Erkältungsnacht gilt vor allem: durchhalten, schützen, und wissen, dass es vorübergeht.
