Das Hotelzimmer ist kleiner als das Schlafzimmer zu Hause. Die Wände sind dünner. Es gibt kein Sofa zum Ausweichen, kein Gästebett, keine Möglichkeit, einfach das Zimmer zu wechseln. Und der Partner schnarcht.
Urlaub mit einem schnarchenden Partner ist für viele eine jährlich wiederkehrende Herausforderung, die man irgendwie übersteht – und die trotzdem die Urlaubserholung erheblich schmälern kann. Wer vorbereitet reist, hat deutlich bessere Nächte.
Was man einpacken sollte – bevor man fährt
Die Ohrstöpsel vergessen: klassischer Fehler. In der Urlaubshektik landet alles Mögliche im Koffer, aber die kleinen Schaumstoffstöpsel, die zu Hause normalerweise auf dem Nachttisch liegen, werden schlicht nicht mitgenommen. Wer das Schnarchen des Partners kennt, legt die Ohrstöpsel beim Packen als erstes rein – nicht als letztes.
Eine Schnarchen-App auf dem Smartphone ist schnell eingerichtet und braucht keinen Platz im Koffer. Sie hilft vor allem, wenn man dem Partner nach dem Urlaub zeigen möchte, was nachts los war – als ruhiges Gesprächswerkzeug, nicht als Anklage.
Wer einen tragbaren White-Noise-Lautsprecher besitzt, nimmt ihn mit. Diese kleinen Geräte sind oft nicht größer als eine Kaffeetasse und machen im Hotelzimmer denselben Dienst wie zu Hause.
Was man vor Ort tun kann
Klimaanlage regulieren. Viele Hotelzimmer haben Klimaanlagen, die die Luft stark austrocknen. Wer sie nachts ganz ausstellt oder zumindest auf eine niedrige Gebläsestufe stellt, schützt die Schleimhäute des Partners – und damit indirekt seinen eigenen Schlaf. Ein feuchtes Handtuch über dem Heizkörper oder einem Stuhl neben dem Bett gibt der Raumluft zumindest etwas Feuchtigkeit zurück.
Kissenposition anpassen. Hotelikissen weichen oft vom gewohnten Zuhause-Kissen ab. Ein zweites Kissen unter dem Kopf des Partners kann die Schlafposition verändern und das Schnarchen manchmal deutlich reduzieren – besonders wenn der übliche Auslöser die Rückenlage ist.
Den Partner sanft in Seitenlage drehen. Das klingt simpel und ist es auch. Ein leichtes Antippen genügt meist. Die Person dreht sich oft, ohne vollständig aufzuwachen, und das Schnarchen lässt nach. Für eine Weile zumindest.
Früher ins Bett. Wer schläft, bevor das Schnarchen einsetzt, schläft tiefer und wird durch späteren Lärm weniger stark geweckt. Im Urlaub, wo Abende tendenziell länger werden, ist das eine bewusste Entscheidung – aber sie lohnt sich.
Wenn gar nichts hilft
Manchmal ist das Hotelzimmer so klein und das Schnarchen so laut, dass keine dieser Maßnahmen ausreicht. In diesem Fall ist ein offenes Gespräch an der Rezeption nicht falsch. Viele Hotels haben die Möglichkeit, auf Anfrage ein Zimmer mit getrennten Betten oder im Ausnahmefall sogar ein zweites Zimmer zu einem reduzierten Preis anzubieten – vor allem wenn man höflich erklärt, warum.
Das fühlt sich seltsam an zu fragen. Aber es ist besser als eine ganze Urlaubswoche schlaflos zu verbringen.
Nach dem Urlaub
Wenn das Schnarchen im Urlaub besonders schlimm war, lohnt sich das Gespräch danach – nicht als Abrechnung, sondern als Ausgangspunkt. Warum war es im Urlaub so viel lauter? War es die Klimaanlage, der Alkohol am Abend, das fremde Bett? Der Artikel Warum schnarcht der Partner im Urlaub plötzlich viel mehr gibt dazu einen guten Überblick.
Und wer grundsätzlich besser vorbereitet in die nächste Reise gehen möchte, findet im Artikel Besser schlafen wenn der Partner schnarcht langfristige Strategien, die auch unterwegs funktionieren.
